Curitiba
Sehenswürdigkeiten
Die Historische Altstadt von Curitiba erreichen Sie durch einen Fussgängertunnel:
Die Strassen des Largo da Ordem haben Kopfsteinpflaster - die Restaurierung einiger
historischer Gebäude ist besonders gut gelungen. Abends ist es hier angenehm
etwas zu trinken und der Musik von Strassenmusikanten zuzuhören. Einige der
folgenden Sehenswürdigkeiten liegen in diesem Viertel und viele der anderen
nicht weit davon:
Catedral Basílica Menor de Curitiba
Steht an der Stelle, wo Curitiba einst als Siedlung seinen Anfang nahm - heute dem
Praça Tiradentes. Zuerst eine winzige Kapelle aus Holz, die 1715 zur Primeira
Igreja Matriz erhoben wurde. Die heutige Kirche ist bereits der vierte Tempel an
der gleichen Stelle, eingeweiht im Jahr 1893, errichtet in neo-gothischem Baustil,
inspiriert an der Catedral da Sé in Barcelona. Die zentrale Heiligenfigur
der Nossa Senhora da Luz (Schutzheilige von Paraná) kam aus Portugal und
wurde erstmals 1640 aufgestellt. Heute befindet sie sich im Museu Paranaense
- die aufgestellte Figur ist die dritte einer Serie. Das Innere der Kirche hat schöne
Glasfenster, die von traditionellen curitibanischen Familien gestiftet wurden, schöne
Möbel und Kanzel in Imbuia-Holz geschnitzt. 1993 restauriert, befindet sich
die Basilika in der Rua Barão do Serro Azul, 31, Innenstadt.
Igreja de Ordem Terceira de São Francisco das Chagas
Errichtet
1737, ist dies die älteste noch intakte Kirche der Hauptstadt. Ihr ursprünglicher
Name war Nossa Senhora do Terço, er wurde vom Orden der Franziskaner im Jahr
1746 geändert. Die Franziskaner bauten ein Kloster an die Kirche (1752), das
sie bis 1783 leiteten. Im Jahr 1834/35 stürzte ein Teil der Kirche ein, wurde
wieder rekonstruiert, aber die ursprüngliche Perfektion wurde nicht mehr erreicht.
Als die ersten polnischen Einwanderer in Curitiba ankamen, diente ihnen diese Kirche
als Gemeindezentrum. 1880, mit dem bevorstehenden Besuch des Kaisers Dom Pedro II.
in der Hauptstadt, wurde eine definitive Restaurierung des Gotteshauses vorgenommen.
Der Kirchturm wurde 1883 fertig und die Glocken gespendet von Unternehmern der Mate-Plantagen.
Jetzt übernahm die deutsche Kolonie die Kirche als ihr Gemeinde-Zentrum - bis
1937 wurden die Messen dort in deutscher Sprache zelebriert. Die vielen Reformen
haben ihren ursprünglich kolonialen Baustil stark beeinträchtigt - und
der eher neo-gothische Turm will nicht so recht zum Rest des Gebäudes passen
- aber die Kirche ist, zusammen mit ihren mehr oder weniger geglückten Reformen,
eine authentische Remineszens aus den Anfängen der Besiedelung Südbrasiliens.
(Die Kirche befindet sich auf dem Largo da Ordem - im Setor Histórico)
Igreja de Nossa Senhora do Rosário de São Benedito
Wie in
verschiedenen anderen Städten auch, hatten die schwarzen Sklaven ihre eigene
Kirche, die auch von ihnen selbst, im Kolonialstil der damaligen Zeit, errichtet
worden ist - sie hiess damals Igreja dos Pretos de São Benedito. Mit der
gesetzlichen Abschaffung der Sklaverei verlor sie ihren ursprünglichen Sinn,
wurde aber, da sie sich auf dem Weg zum Friedhof befand, weiterhin instand gehalten
- der Volksmund nannte sie nun "Igreja dos Mortos" (Totenkirche). 1931
war sie so baufällig, dass man sich entschloss, sie abzureissen und eine neue
Kirche an ihrer Stelle zu errichten, die 1946 eingeweiht wurde: die Igreja do Rosário
ist im Stil des Spätbarock gehalten, ihre Vorderfront mit den Original-Kacheln
der antiken Kapelle verkleidet.
Im Eingang befindet sich das Grab des
Monsenhor Celso, der während 21 Jahren Vikar der Stadtkirche war und 1931 starb.
Sonntags um 8:00 wird in diesem Gotteshaus die "Missa do Turista" (Messe
für den Touristen) zelebriert!
(Auf der Praça Garibaldi, im Setor
Histórico).
Mesquita Muçulmana de Curitiba
Der etwas kompliziertere Name dieser Moschee ist "Mesquita de Al Imam Ali Ibn
Abi Taleb" - sie besitzt nicht ganz so komplexe Details, wie die entsprechenden
Moscheen des Orients, wird aber als ein Tempel von grosser Ähnlichkeit mit
einer Original-Moschee bezeichnet - besonders ihre Türme. Sie wurde 1977 gebaut,
in ihr finden sehr ausdrucksvolle Veranstaltungen statt, die von den fünf Grundsätzen
des Islam als Basis des spirituellen Lebens getragen werden: dem Glaubensbekenntnis,
dem Gebet, dem Fasten während des Monats Ramadan, Zakat und Pilgerreise nach
Mekka. Besuche für Gruppen nach vorheriger Vereinbarung.
(Rua Dr. Kellers,
383 - im Stadtteil São Francisco).
Museu Paranaense
Das
älteste Museum des Bundesstaates Paraná wurde 1876 von dem Historiker
Agostinho Ermelino de Leão gegründet und hat seither mehrmals seinen
Standort wechseln müssen. Das heutige Gebäude, in neo-klassischem Stil,
wurde 1916 errichtet, um die Präfektur aufzunehmen, welche auch bis 1969 dort
untergebracht war. Das interessante Museum präsentiert ethnologische und historische
Exponate, antike Objekte aller möglichen Genres, numismatische Sammlungen,
Fotografien, Kunstwerke und archäologische Funde. Die Sammlung steht unter
Denkmalschutz.
(Praça Generoso Marques).
Museu
de Arte Contemporânea
Die Sammlung dieses Kunstmuseums präsentiert
Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Gravuren u. a. brasilianischer Künstler
- besonders solcher aus Paraná.
(Rua Desembargador Westphalen, 16).
Museu de Arte do Paraná
Der
Palácio São Francisco, ein Gebäude aus den 20er Jahren, beherbergt
dieses interessante Kunstmuseum, das am 10. März 1987 eingeweiht wurde und
in seiner Sammlung eine Reihe bekannter brasilianischer Künstler präsentiert,
wie zum Beispiel: Andersen, Guido Viaro, Poty, Bakum, De Bona, Lange de Morretes
und viele andere. Neben der permanenten Ausstellung, ist dem Museum eine Bibliothek
angeschlossen und ein "Salon des Künstlers", in dem monatlich eine
aktuelle Ausstellung paranaensischer Künstler promoviert wird.
(Praça
João Cândido, 40 - Rua Dr. Kellers, 289)
Museu de História
Natural
Dieses Museum für Naturgeschichte gehört zu den interessantesten
Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt! In Zusammenarbeit mit dem Sekretariat für
Umweltschutz führt das Museums-Team verschiedene Studien auf dem Gebiet der
Zoologie durch, die sich mit Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien,
Fischen, Insekten, Spinnentieren, Muscheln und Parasiten befassen - jede dieser
Tierarten ist ebenfalls in wissenschaftlichen Sammlungen ausgestellt. Darüber
hinaus werden Studien von gefährdeten Spezies in allen Teilen des Bundesstaates
durchgeführt. Das Museum beansprucht ein Areal von 36.000 m2, inklusive eines
externen Ausstellungsgeländes, in dem, innerhalb eines Wäldchens, die
Ausstellung "No Caminho das Araucárias" (Auf dem Weg der Araukarien),
mit 12 Vitrinen entlang eines angehobenen 400-Meter-Laufsteges, die verschiedenen
Inter-Relationen innerhalb eines Araukarien-Waldes demonstriert. Ein Lehrpfad zur
Umweltschutz-Erziehung. Die interne Ausstellung stellt das Thema "Brasilianische
Ökosysteme" aus dem gleichen Motiv heraus, in der Beispiele des Araukarien-Waldes,
des Tropischen Regenwaldes, des Cerrado und des Banhado präsentiert werden,
die besonders die aussergewöhnliche Vielfalt animalischen und vegetativen
Lebens in diesen Regionen aufzeigen.
(Rua Benedito Conceição,
407, im Stadtteil Capão da Imbuia)
Palácio Avenida
Eins der ersten grösseren Gebäude der Stadt, wurde von dem libanesischen
Emigranten Feres Merhy konstruiert, der 1895 nach Brasilien kam, und sich in Curitiba
etablierte. Im Jahr 1927 begann er mit dem Bau des ersten Filmtheaters von Paraná,
dem "Avenida", das am 4. April 1929 eingeweiht wurde. Ausser dem Kino
beherbergte es noch ein Café, die folkloristische Bar Guairacá und
andere Etablissements. Am Standplatz des Avenida befand sich bis dato das "Schlacht-Wurst-Geschäft"
des Willy Krause - die Wurstfabrik eines Deutschen von 1894, die zum Studenten-Treff
der damaligen Zeit geworden war.
Das bedeutende architektonische
Monument besetzt ein Areal von 17.700 m2 und wurde von einem Architekten-Trio (Valentim
Freitas, Bortolo Bergonse, Bernardino d'Assumpção Oliveira) ausgeführt.
Nach vier Reformen, die letzte wurde am 4. März 1991 fertig, ist die Fassade
vollkommen erhalten worden, während man das Innere in eine supermoderne architektonische
Konstruktion verwandelt hat. Es dient einer Bank als Schalterraum und administratives
Büro, sowie als Auditorium für 250 Plätze, und hat weiteren Platz,
um kulturelle Aktivitäten zu entwickeln - man denkt da zum Beispiel an ein
"Weihnachten im Avenida" für bedürftige Kinder und alte Leute.
(Travessa Oliveira Belo, 11)
Castelo Lupion
Auf
einem Terrain von ungefähr 10.000 m2 errichtete der Mate- und spätere
Kaffee-Plantagenbesitzer Luiz Guimarães sich ein persönliches Schloss
- nachdem er sich auf seinen Reisen durch Frankreich in die Schlösser der Loire
verguckt hatte. Er beauftragte den Ingenieur Dr. Carvalho Chaves mit dem Bau eines
solchen Schlosses, und der reiste extra nach Frankreich, um sich vor Ort die entsprechende
Inspiration zu holen. 1928 war sein Nach-Schöpfung fertig - 20 Jahre später
kam sie in den Besitz der Familie Lupion, die noch einige Ergänzungen vornahm.
Im Lauf der Zeit haben verschiedene Künstler an der Dekoration des Interieurs
gearbeitet - an Wand- und Deckenmalereien sowie der Gestaltung von Glasfenstern.
Persönlichkeiten aus Brasilien und dem Ausland haben hier schon genächtigt
- 1974 wurde das Schlösschen unter Denkmalschutz gestellt. Hier funktioniert
heute das Fernseh-Studio des Kanals 12 von Paraná.
(Avenida Batel,
1.323)
Teatro Guaíra
Ein
Gebäude, das auf den Trümmern des antiken Teatro São Teodoro von
1884 errichtet worden ist - 1953 wurde seine Neukonstruktion eingeweiht. 1970
wurde das Theater von einem Brand heimgesucht - sein Dach zerstört und 90%
aller seiner bemalten Glasfenster, darüber hinaus wurde die Beton-Struktur
des grossen Auditoriums und der Hauptbühne ernstlich kompromittiert. Seine
erneute Restauration nahm vier Jahre in Anspruch, sodass man es erst 1974 erneut
einweihen konnte, mit dem Stück "Paraná, Terra de todas as Gentes"
(Paraná, die Erde aller Menschen). Der Bau besitzt drei Theater-Säle:
"O Grande Auditório" (Hauptsaal) mit einer Kapazität für
1.200 Zuschauer, den Guairinha - mit einer Kapazität für 504 Zuschauer
und das Mini-Auditório für 113 Zuschauer. Der Architekt ist Rubens Meister.
Das Grosse Auditorium ist eines der grössten und modernsten Südamerikas
- mit sechs Bühnenaufzügen, anhebbarer Orchester-Bühne, und technischen
Einrichtungen, die das Wechseln der Szenen-Bilder in wenigen Sekunden vollziehen.
Das Theater unterhält in seinen verschiedenen Sektoren u.a. einen Kurs für
szenische Kunst auf höchstem Niveau, klassische Tanzkurse, ein Amateur-Theater,
eine Bibliothek, die Produktioszentrale und die der Kommunikation, sowie ein Theater-
Museum. Darüber hinaus ist hier das bekannte Ballet Guaíra zuhause.
(Rua XV de Novembro).
Anmerkung
Soweit einige der bemerkenswerten
Gebäude dieser interessanten Stadt - es folgen ein paar Tipps für Spaziergänge
und Aktivitäten im Grünen:
Passeio Público
Mitten in der Stadt ein Stück geschützte Natur, in der sich die Bürger
vom Stress erholen können - auf einem Areal von zirka 70.000 m2, mit 35 verschiedenen
Sehenswürdigkeiten! Die Anlage wurde am 2. Mai 1886 eingeweiht - sein Hauptportal,
an der Kreuzung der Rua Presidente Faria mit der Avenida João Gualberto,
ist eine originalgetreue Kopie eines Friedhofsportals in Paris. Der Park besitzt
drei Seen mit je einer Insel in der Mitte, ein Aquarium, eine schwimmende Bühne,
einen Kinderspielplatz, das traditionelle Restaurant "Pasquale", mit typischem
Menu und einen kleinen Zoo - der erste Tiergarten von Curitiba - mit kleineren Tieren.
(Rua Luiz Leão, im Zentrum).
Jardim Botânico Fanchette
Rischbieter
Der
Botanische Garten von Curitiba besitzt ein Territorium von 245.000 m2 und wurde
am 5. Oktober 1991 eingeweiht. Paradestück ist ein Gewächshaus, das
von den englischen Kristallpalästen des vergangenen Jahrhunderts inspiriert,
besonders empfindliche Pflanzen aus allen Teilen Brasiliens permanent ausstellt.
Die Französischen Gärten sind besonders sehenswert, und viele Pfade,
quer durch den Wald, erlauben schöne Spaziergänge und informieren über
Bäume und Sträucher an denen man vorbeikommt. Das Projekt ist vom Architekten
Abrão Assad. Angeschlossen ist ein botanisches Museum, mit spezialisierter
Bibliothek, einem wissenschaftlichen Zentrum, einem Auditorium und einem Saal für
Ausstellungen.
(Rua Ostoja Roguski, im Stadtteil Jardim Botânico).
Bosque João Paulo II.
Eingeweiht am 8. Dezember 1980, ein
Areal von 50.000 m2, das nach dem Papstbesuch in Curitiba als Denkmal der polnischen
Einwanderung in Paraná eingerichtet wurde: es handelt sich hierbei um das
Gelände einer alten Kerzenfabrik, die stillgelegt, zusammen mit den antiken
Wohnbaracken der Arbeiterfamilien von 1883, für dieses Projekt zur Verfügung
gestellt wurden. In der alten Kapelle, die jetzt Capela João Paulo II. heisst,
befindet sich eine Figur der Nossa Senhora de Czestochowa, der Schutzheiligen von
Polen. Der Geräteschuppen, eine Konstruktion aus dem Jahr 1876, dem Jahr der
polnischen Einwanderung, sowie die anderen Holzhäuser unterschiedlicher Baudaten,
sind von den ehemaligen Bewohnern mit den verschiedensten Utensilien, wie Möbeln,
Hausgeräten und landwirtschaftlichen Werkzeugen, für diesen Ausstellungszweck
belassen worden. Die historische Siedlung polnischer Emigranten liegt inmitten eines
kleinen Pinien-Wäldchens und ist täglich für Besucher geöffnet.
(Rua Mateus Leme - Centro Cívico)
Bosque João Carlos
Hartley Gutierrez
Das Amazonien gewidmete Erholungsgebiet hat eine Gesamtfläche
von 36.000 m2, davon nimmt der Wald 18.000 m2 ein und ein Platz in der Mitte 6.590
m2. Hier steht ein Denkmal des Naturschützers Chico Mendes aus Amazonien, ermordet
im Dezember 1988. In Gedenken seines Kampfes für die Erhaltung des Regenwaldes,
hat man seinen Brief an den Richter in Xapuri/Acre (in dem er die Todesdrohung seiner
Widersacher denunziert) in Stein graviert - er ist permanent vom Mineralwasser-Vorhang
einer Quelle umgeben, die in dem Wäldchen entspringt, und derer sich auch die
Besucher, mittels verschiedener Wasserhähne, bedienen können, um ihren
Durst zu löschen. Die Anlage besitzt weiterhin zwei Seen, Beobachtungs-Pfade,
das "Haus des Gummi-Sammlers", die "Amazonas-Schule" und das
"Institut für Amazonensische Studien", das sich für die Unterstützung
der Menschen und der Umwelt Amazoniens einsetzt. Die Anlage wurde am 22. März
1989 eingeweiht.
(Rua Jacarezinho - zwischen den Stadtteilen Vista Alegre
und Mercês).
Bosque de Portugal
Der den Portugiesen
gewidmete Park hat eine Grünfläche von 20.850 m2 im Tal des Flüsschens
Tarumã. Das Wäldchen ist bestückt mit Elementen der luso-brasilianischen
Architektur - sieben Säulen stehen symbolisch für die sieben Länder
der portugiesischen Sprache, deren Namen in sie eingraviert sind: Portugal, Mozambique,
Sankt Thomas, Brasilien, Cap Verde, Angola und Guinea Bissau. Eine Laufpiste verbindet
mit der "Alameda dos Cantares Portugueses", einem mit Kies bestreuten
Fussweg, der das Wäldchen entlang des Flüsschens durchquert, in dessen
Verlauf der Wanderer an 22 Monumenten mit handgemalten Kacheln vorbeikommt, auf
denen poetische Verse aus der portugiesischen Literatur zu lesen sind. Eingeweiht
im März 1994, unter der Anwesenheit des portugiesischen Präsidenten Mário
Soares.
(Rua Osório Duque Estrada, Ecke Rua Fagundes Varela, im Stadtteil
Jardim Social).
Bosque Alemão
Der
den deutschen Emigranten gewidmete Park hat eine Fläche von 38.000 m2, zum
grössten Teil mit nativen Original-Waldbeständen. Am Eingang des
oberen Teils des Parks befindet sich eine kleine Holzkirche, "Oratório
Bach" genannt, in der ab und zu Konzerte für bis zu 100 Personen gegeben
werden. An ihrer Seite führt ein Brückchen über einen Teich zu einem
Aussichtsturm von 15 m Höhe. Ein anderer Weg führt zum "Casa dos
Contos", einem dem Grimm-Märchen von "Hänsel und Gretel"
nachempfunden Hexenhäuschen, in dem sich eine Kinder-Bücherei befindet.
Wenn man einen anderen Teich überquert, gelangt man zu einer Freilichtbühne,
die, Blumen bekränzt, ein Bühnenbild aus dem "Faust" an der
Rückwand präsentiert. Zwölf Wandbilder aus handbemalten Kacheln erzählen
die weltbekannte Geschichte von Hänsel und Gretel der Gebrüder Grimm.
(Im Stadtteil Jardim Schaffer, zwischen den Strassen Rua Franz Schubert, Nicollo
Paganini und Francisco Schaffer).
Parque da Barreirinha
Ist einer der schönsten Parks der Hauptstadt. Er hat eine Fläche von 275.380
m2, mit Schnellimbiss, Grillplätzen, Parkplatz, drei von Quellen geformten
Seen, ein Wäldchen mit mehr als 200.000 m2 typischer Vegetation, einer Bibliothek
für Kinder, Spielplätze, einer rustikalen Hütte, Toiletten und einen
Garten der Präfektur. Sein bevorzugter Zugang liegt an der Avenida Garibaldi.
Dem angeschlossenen Garten der Präfektur kommt eine edukative und wissenschaftliche
Funktion zu: auf einer Fläche von 125.380 m2 werden jährlich zirka 100.000
Pflanzenarten produziert, die dann auf städtischen Grünflächen ausgesetzt
werden.
(Im Stadtteil Barreirinha).
Parque Municipal
do Passaúna
Ein Park am Ufer des Stausees gleichen Namens, der
ein Drittel des in der Hauptstadt konsumierten Wassers liefert - er wurde am 10.
März 1991 eröffnet, auf einer Fläche von 6.500.000 m2. Hier gibt
es einen ökologischen Wanderpfad entlang des Seeufers, zirka 3,5 km, mit zahlreichen
Pflanzen- und Tierarten, Boots-Anlegestellen, Hütten, Angelplätze, Kinderspielplätze,
Schnellimbiss und ein Aussichtsturm von 46 m Höhe und 27 m Länge. Innerhalb
des Parks, in einer umgebauten alten Ziegelei, befindet sich eine Biologische Station,
mit einem Zentrum für Naturschutz-Erziehung - einem Museum und ein keramisches
Atelier.
(Im Stadtteil Bairro Augusta - 12 km ausserhalb des Stadtzentrums).
Anmerkung
Es gibt in Curitiba tatsächlich noch wesentlich
mehr Grünflächen, Anlagen und Parks - wir haben lediglich die interessantesten
herausgesucht. Es folgen ein paar interessante öffentliche Plätze:
Praça Tiradentes
Der nach dem Freiheitshelden aus Minas Gerais
benannte Platz im historischen Stadtzentrum war um die Jahrhundertwende als "Largo
da Matriz" bekannt, weil er sich vor der kleinen Kapelle erstreckte, um die
herum sich die erste Siedlung Vila Nossa Senhora da Luz dos Pinhais entwickelte.
An derselben Stelle der kleinen Kapelle steht heute die Catedral Metropolitana.
Hier stehen eine ganze Anzahl Denkmäler berühmter brasilianischer Persönlichkeiten.
Mittelpunkt ist der Marco Zero (Punkt Null) von dem aus sämtliche Entfernungen
um Curitiba gemessen werden. Der älteste Platz der Stadt.
(Im Setor Histórico).
Praça João Cândido
Ebenfalls im historischen Stadtzentrum
gelegen - zwischen den Strassen Rua Jaime Reis, Dr. Kellers und Ermelino de Leão
- bewahrt der Platz noch Reste aus den Anfängen der Stadt, wie zum Beispiel
die Mauern einer unvollendeten Kirche zu Ehren des São Francisco de Paula,
angefangen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Hier befindet sich auch das Museu de
Arte do Paraná, und andere interessante Gebäude.
Praça Santos Andrade
Man nennt ihn auch Praça da Cultura
- den Platz der Kultur, weil er u. a. umgeben ist von den Gebäuden der Universidade
Federal und dem Teatro Guaíra. Viele Denkmäler berühmter Persönlichkeiten
- in Referenz an die paranaensische Kultur stehen sie alle mit dem Gesicht zum Uni-Gebäude.
Viele Pinien - die älteste stammt aus dem Jahr 1922. In der Mitte ein Springbrunnen
- für viele der schönste der Stadt.
(Innenstadt).
Praça 19 de Dezembro
Liegt in der Nähe des Passeio Público,
zwischen den Strassen Rua Barão do Serro Azul und Rua Riachuelo, am Anfang
der Estrutural Norte. Der Name bezeichnet das Datum der politischen Unabhängigkeit
des Bundesstaates Paraná von São Paulo - am 19. Dezember 1853. Die
Statue, O Homem Nu (Der Nackte Mann), von Erbo Stenzel, versinnbildlicht den emanzipierten
Bundesstaat Paraná ohne Furcht vor der Zukunft. Die andere Statue, A Mulher
Nua (Die Nackte Frau), von Humberto Cozzo, versinnbildlicht die Gerechtigkeit.
Praça Rui Barbosa
Liegt zwischen den Strassen Desembargador Westphalen,
24 de Maio, André de Barros und Pedro Ivo. Der Platz wurde im Lauf seiner
Geschichte schon zig-mal umgebaut und neu gestaltet - das letzte Mal im Jahr 1997
- als man auf ihm 558 Boxen ambulanter Händler untergebracht hat, die jetzt
den Mercado Popular bilden. Darüber hinaus gibt es dort ein Auditorium mit
Platz für 80 Personen und ein Restaurante Popular (volkstümliches Restaurant
- für die armen Leute). Neu sind die 20 Terminals der Internet, die jedem Bürger
freien Zutritt gewähren.
Praça 29 de Março
Ist einer der grössten und meist frequentierten Plätze der Stadt. Der
Name erinnert an den Gründungstag der Stadt, im Jahr 1693. Auf ihr gibt es
ein Relief von Poty Lazzarotto, das die Geschichte Curitibas bis ins Jahr 1970 erzählt.
Es behandelt auch die Folklore von Paraná, welche die Beteiligung des Indianers,
des lusitanischen Bauern und die der europäischen Einwanderer an der Entwicklung
von Paraná hervorhebt.
Relógio das Flores
Die "Blumenuhr" wurde 1972 eingeweiht - sie hat einen Durchmesser von
6 Metern und ihre Zeiger sind aus Glasfaser-Material. Ihr Uhrwerk wurde auf der
Basis eines in Quarz gelagerten Systems konstruiert, das eine minimale Abweichung
von höchstens dreissig Sekunden pro Jahr garantiert.
(Auf dem Praça
Garibaldi, im Setor Histórico).
Rua 24 Horas
Diese bekannte und beliebte Strasse, in der alle Geschäfte rund um die Uhr
geöffnet sind, ist vollkommen von transparentem Glas überdacht, das von
Metallbögen getragen wird - 116 Meter insgesamt lang. Hier kann man ausserhalb
der üblichen Geschäftszeiten fast alles bekommen - auch ein paar Supermärkte
gehören zum Angebot. (Zugang über die Strassen Rua Cândido Lópes,
Rua Carlos de Carvalho, Rua Visconde de Nácar).
Estação
Plaza Show
Das erste integrierte Freizeit-Zentrum Brasiliens, mit den
Attraktionen: Vergnügen, Unterhaltung und Gastronomie - es bietet täglich
die unterschiedlichsten Attraktionen auf der Bühne vor der Praça de
Alimentação (Platz der Ernährung), auf dem "Platz des Disk-Jockeys"
und in den "Strassen" des Freizeit-Zentrums. Der "Platz der Ernährung"
hat 490 Restaurants und Bars, und die bieten alles, was es auf dem Gebiet an brasilianischen,
japanischen, chinesischen und italienischen Leckereien gibt - an Fleisch, Fisch,
Meeresfrüchten oder Fast Food. Die Architektur des Freizeit-Zentrums kontrastiert
seltsam mit den historischen Remineszensen der Eisenbahn von Paraná, deren
Bahnhofsplattform 130 Ständen einerseits als Verkaufsbühne dient und zum
andern das Eisenbahn-Museum beherbergt - mit dem bedeutendsten Ausstellungsstück,
einer Lokomotive aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts und einem Waggon, in dem der
ehemalige Präsident Getúlio Vargas genächtigt haben soll.
(Avenida Sete de Setembro, 2775).
Santa Felicidade
Die
ersten italienischen Emigranten installierten sich in Kolonien an der Küste
- aber diese Kolonien entwickelten sich nicht, also siedelten sie in der Umgebung
von Curitiba. Im Jahr 1878 entstand die Kolonie Santa Felicidade, deren Name sich
von einer gewissen Dona Felicidade Borges ableitet, die den italienischen Emigranten
ein Stück Land zur Verfügung stellte und nur zur Bedingung machte, das
die Kolonie dann ihren Namen tragen sollte. Dieser Bedingung wurde nur zu gerne
entsprochen, und ob es nun aus tiefen religiösen Motiven geschah oder ebenso
tiefer Dankbarkeit - jedenfalls stellte man dem Namen der Spenderin noch den Zusatz
"Santa" (Heilige) vor und nannte die Kolonie Santa Felicidade. Die Italiener
befassten sich mit dem Gartenbau, der Pflanzung von Mate, der Produktion von Wein
und Käse, sowie dem Flechten von Korbwaren.
Die Kirche Igreja Matriz
de São José war eine der ersten bedeutenden Gebäude der Kolonie,
mit ihrer Fassade aus romanischen, klassischen Elementen und dem eleganten Glockenturm,
vom Hauptgebäude getrennt, nach bester italienischer Tradition. Fast vor der
Kirche befindet sich der Friedhof mit seinem Pantheon aus 18 Kapellen in neo-klassischem
Stil, eingeweiht 1886 und unter Denkmalschutz gestellt (1977).
Entlang der Via Veneto und der Avenida Emílio Ribas stehen einige Gebäude
der populären Architektur, wie zum Beispiel das Casa dos Gerâneos von
1891, gebaut von Nicolau Boscardim, das Casa dos Painéis, aus dem vergangenen
Jahrhundert - mit Gemälden von Landschaften an der Vorderfront, das Casa das
Arcadas, gebaut von Marco Mosselini vor zirka 100 Jahren, mit Bogenportalen, und
das Casa Culpi von 1897.
Allerdings die grösste Attraktion
des Stadtteils Santa Felicidade heute, ist sein Ruf als erstes Zentrum der Gastronomie
in Curitiba! Eine grosse Zahl typisch italienischer Restaurants bietet hier, ausser
den exzellenten hausgekelterten Weinen, die ganze Palette italienischer Menus an.
Und um einen Gang durch Santa Felicidade abzurunden, gibt es Weinproben und kleine
Weinstuben, Souvenir-Geschäfte und solche mit Flechtarbeiten oder Möbeln
aus Flechtmaterial. Ein suggestives Portal steht am Eingang zu diesem originellen
Stadtteil.
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